ANKÜNDIGUNG: Blockchain Investment Summit 2018 (inklusive Freicode-Verlosung)

Elfriede Sixt ist Steuerberaterin, Wirtschaftsprüferin und Mitgründerin der FinTech Academy, Steuersprecherin des deutschen Blockchain Bundesverband, Business Angel und Vortragende. Unter anderem hat sie in den vergangenen Jahren das Crowdfunding Symposium 2015 in Wien organisiert und die Bücher „Schwarmökonomie und Crowdfunding“ sowie Bitcoins und andere dezentrale Transaktionssysteme geschrieben. Im April koordiniert sie gemeinsam mit dem neuen Institut für Kryptoökonomie an der WU, Wien den Crypto42 Token Investment Summit 2018.

Im Interview hat sie mir den Zusammenhang zwischen Crowdfunding und Blockchain erklärt und warum sie überzeugt davon ist, dass die Blockchain-Technologie den Peer-to-Peer Gedanken auf eine neue Ebene heben kann. Dankenswerterweise hat sie drei Freicodes für den Crypto42 Token Investment Summit 2018 zur Verfügung gestellt, die am Ende des Interviews verlost werden.

Im Interview hat sie mir den Zusammenhang zwischen Crowdfunding und Blockchain erklärt und warum sie überzeugt davon ist, dass die Blockchain-Technologie den Peer-to-Peer Gedanken auf eine neue Ebene heben kann. Dankenswerterweise hat sie drei Freicodes für den Blockchain Investment Summit 2018 zur Verfügung gestellt, die am Ende des Interviews verlost werden. 

Wolfgang: Liebe Elfi, du beschäftigst dich seit einiger Zeit mit Kryptowährungen wie Bitcoin. Wie kam es dazu?

Elfriede: Ich berate seit vielen Jahren Start-ups mit digitalen Geschäftsmodellen und eine große Herausforderung bei diesen Start-ups sind immer die Bezahlmethoden im Web: die gängigsten Lösungen wie Kreditkarten und Paypal sind unverhältnismäßig teuer, speziell wenn es um Mikro-Payments geht. Diese Unverhältnismäßigkeit wird auch offensichtlich bei den momentanen Crowdfunding-Modellen: Stripe nimmt 8% des vom Unterstützer bezahlten Betrages, erhöht man das noch um die Gebühren der diversen Plattformen, kommt man schnell auf eine Belastung von bis zu 16-17% des eingezahlten Betrages pro Unterstützer. In diesem Zusammenhang habe ich mich auch nach Alternativen umgesehen und bin unter anderem bei Bitcoin gelandet.

Wolfgang: Blockchain, Bitcoin und ethereum – diese Begriffe hört man aktuell sehr oft. Kannst du sie kurz erklären?

Elfriede: Bei einer Blockchain handelt es sich um eine Technologie, deren Software-Algorithmus für eine dezentrale Erfassung und Validierung von Transaktionen in einem Peer-to Peer Netzwerk sorgt. Das Besondere an der Blockchain-Technologie ist, dass dadurch erstmals die Validierung von Transaktionen dezentral von einander unbekannten Personen erfolgt und dadurch einerseits die bis dato benötigte zentrale Instanz wegfällt und andererseits durch dezentrale Speicherung der Daten diese auch unkorrumpierbar sind.

Die bis dato bekannteste Blockchain ist die Bitcoin-Blockchain. Auf dieser, für jeden zugänglichen (auch als permissionless bezeichneten) Blockchain, wird der Bitcoin als nativer Token (digitaler Wert) ausschließlich als Zahlungsmittel verwendet. Ethereum erweitert das Konzept von Bitcoin um dynamische Elemente in der Blockchain und strebt so an, die Grundlage von ganzen Blockchain-Ökologien zu werden. Ether, der Token der Ethereum-Blockchain, dient nicht nur als Zahlungsmittel auf der Ethereum-Blockchain, sondern ist auch der Utility Token im Ethereum-Netzwerk, welches das Anlegen, Verwalten und Ausführen von dezentralen Programmen bzw. Kontrakten (Smart Contracts) in einer eigenen Blockchain anbietet.

Wolfgang: Inwiefern glaubst du, werden Blockchain-Systeme das traditionelle Crowdfunding-System verändern?

Elfriede: Mit den Möglichkeiten der Blockchain-Technologie können die eindeutig gegebenen Unzulänglichkeiten des herkömmlichen Crowdfundings adressiert werden, insofern bin ich davon überzeugt, dass die Blockchain-Technologie die gesamte Crowdfunding-Industrie massiv beeinflussen wird.

Einerseits sind wie bereits erwähnt die Finanzierungsspesen für die Transaktionen im Bereich des Reward-based Crowdfunding viel zu hoch, andererseits konnte sich das Equity-Crowdfunding vor allem im kontinentaleuropäischen Raum nie durchsetzen. Gründe dafür sind vor allem die fehlende Liquidität der Investments der Crowdinvestoren: Die Laufzeit vieler partiarischen Darlehen bzw. Genussscheinsmodelle betrug bis zu 9 Jahren, ohne dass die Investoren die Möglichkeit einer Abschichtung hatten an einem Sekundärmarkt.

Beide Themen der zu hohen Finanzierungsspesen und das Thema der fehlenden Liquidität wird von den Blockchain-basierten Crowdfundingmodellen wie ICO (Initial Coin Offerings) bzw. ITO (Initial Token Offerings) adressiert. Die in den letzten Jahren entstandenen Kryptowährungsbörsen ermöglichen eine noch nie dagewesene Liquidität für die bei den ICO’s bzw. bei den ITO’s geschaffenen Tokens bzw. Coins.

In den letzten 12 Monaten wurden mittels dieser neuen Form des Crowdfundings (ICOs) innerhalb weniger Monate weltweit mehr als 6 Milliarden USD Finanzierungskapital vorwiegend für Start-ups eingesammelt.

Der momentane Hype hat aber zu vielen Scams und Betrugsszenarien in der ICOszene geführt, die erst in den nächsten Monaten offensichtlich werden und zu einem erhöhten Ruf nach Regulierung auch in Europa führen werden. In den USA geht die SEC bereits aktiv gegen Betrüger vor und weist darauf hin, dass die bestehenden Regularien auch für die Ausgabe und den Handel für Tokens Anwendung finden.

Ich bin trotzdem davon überzeugt, dass diese Art des Blockchain-basierten Crowdfundings nicht mehr aufzuhalten ist und diese sich eindeutig zu einer Killer-Applikation der Blockchain-Technologie entwickelt. Damit zeigt diese Technologie auch ihr Potential für viele andere Geschäftsbereiche.

Wolfgang: Wenn man sich mit dem Thema beschäftigen möchte, wo fängt man am besten mit der Recherche an?

Elfriede: Mein Buch 😊 Bitcoins und andere dezentrale Transaktionssysteme. Aber es gibt inzwischen auch viele gute Beitrage auf Medium oder diverse auch deutschsprachige Blogs, beispielsweise bitcoinblog.de oder auch der Coinspondent.de.

Wolfgang: Siehst du auch Risiken oder große Herausforderungen, die mit Bitcoin & Co. auf uns zukommen?

Elfriede: Ich glaube, dass die Blockchain-Technologie eine ganz neue Form des Wirtschaftens mit sich bringt. Ähnlich wie die Industrielle Revolution dazu geführt hat, dass Fabriken gebaut wurden, gehe ich davon aus, dass diese neue Technologie neue Organisationsformen mit sich bringen wird, beispielsweise DAO (decentralized autonomous organizations). Gleichzeitig bin ich aber auch davon überzeugt, dass diese Technologie den Peer-to-Peer Gedanken massiv unterstützt und tatsächlich für eine etwas gerechtere Welt sorgen könnte.

Wolfgang: Du organisierst im April den Crypto42 Token Investment Summit an der WU in Wien. Was erwartet uns dort?

Elfriede: Also der Token Investment Summit ist der zweite Summit nach dem Token Regulation Summit im Oktober 2017 am Juridicum. Dieses Mal machen wir die Veranstaltung in Kooperation mit dem neuen Institut für Kryptoökonomie an der WU Wien, geführt von Shermin Voshmgir. Während der Token Regulation Summit im Oktober sich ausschließlich mit der Regulierung befasst hat, wollen wir dieses Mal neben dem Thema der Regulierung vor allem die Themen Bewertung, Rechnungslegung und Besteuerung der Tokens behandeln. Themen, die neben der Regulierung ebenso angesprochen werden müssen, um Rechtssicherheit in den Bereich der ICOs bzw. der Security Coin Offerings (SCO) zu bringen.

Wolfgang: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit deiner Veranstaltung.

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Unter allen Interessierten verlosen wir je eines von insgesamt 3 Tickets für den Token Investment Summit. Dazu einfach eine Mail an office (at) crowdfunding-service.com mit dem Betreff TIS schicken und wir senden einen Freicode retour. First come, first served. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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